Interview mit Monika Burkhalter, Leitung Prävention & Früherkennung
Hautkrebs in der Schweiz: überraschend hohe Zahlen
Viele Menschen verbinden ein hohes Hautkrebsrisiko mit Ländern wie Australien oder tropischen Regionen. Tatsächlich gehört aber auch die Schweiz zu den Ländern mit besonders vielen Hautkrebsfällen.
Nach Australien und Neuseeland gehört die Schweiz weltweit zu den Ländern mit den höchsten Hautkrebszahlen. Jährlich erhalten rund 3’500 Menschen in der Schweiz die Diagnose eines Melanoms (schwarzer Hautkrebs). Zusätzlich sind etwa 20’000 bis 25’000 Personen pro Jahr vom weissen Hautkrebs betroffen.
Sonnenbrände im Kindesalter – ein unterschätztes Risiko
Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass wiederholte Sonnenbrände in der Kindheit das Risiko erhöhen können, später an Hautkrebs zu erkranken.
Dabei lässt sich das Risiko nicht exakt in Prozentzahlen ausdrücken. Klar ist jedoch: Jeder Sonnenbrand ist einer zu viel. Deshalb ist es wichtig, Kinder möglichst früh an einen guten Sonnenschutz zu gewöhnen.
Sonnenschutz im Familienalltag – so klappt es
Im hektischen Alltag mit Kindern kann Sonnenschutz manchmal vergessen gehen. Deshalb ist es wichtig, einfache Routinen zu schaffen. Eltern spielen dabei eine entscheidende Rolle als Vorbilder. Wenn Kinder sehen, dass auch Erwachsene sich schützen, übernehmen sie dieses Verhalten eher.
Mit diesen Tipps, kann der Sonnenschutz auch für Kinder Spass machen:
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Kinder ihre eigene Sonnencreme auswählen zu lassen
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Den Sonnenschutz spielerisch zu gestalten
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Feste Routinen vor dem Rausgehen einzuführen
Kinder spielerisch sensibilisieren
Beim Thema Sonnenschutz geht es nicht darum, Kindern Angst zu machen. Viel wichtiger ist es, ihnen zu erklären, dass die Sonne viele schöne Seiten hat – aber dass zu viele Sonnenstrahlen der Haut schaden können.
Die Krebsliga stellt dafür auch Materialien für Familien zur Verfügung, zum Beispiel das Kinderbuch „Das Haus im Schatten“, das Eltern dabei hilft, mit Kindern über Sonnenschutz zu sprechen. Dieses sowie weitere Informationsbroschüren können über die Website der Krebsliga bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.
Warum die Hautkrebszahlen in der Schweiz so hoch sind
Es gibt mehrere Gründe, weshalb Hautkrebs in der Schweiz besonders häufig vorkommt.
Ein wichtiger Faktor ist die Höhenlage: Pro 1’000 Höhenmeter steigt die UV-Strahlung um etwa 10 %. Da viele Freizeitaktivitäten in der Schweiz in den Bergen stattfinden, sind Menschen oft einer stärkeren UV-Belastung ausgesetzt.
Zudem verbringen viele Menschen ihre Freizeit gerne draussen – beim Wandern, Biken, Joggen oder beim Mittagessen im Freien. Besonders im Frühling sind viele nach dem Winter „sonnenhungrig“ und halten sich häufig genau in der Mittagszeit draussen auf, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist.
Gemeinsam für mehr Bewusstsein
Für die Krebsliga Zürich ist Hautkrebsprävention ein zentrales Thema. Neben Informationskampagnen engagiert sich die Organisation mit Projekten an Schulen, stellt Sonnensegel für Kinderkrippen zur Verfügung und arbeitet mit Partnern zusammen, um möglichst viele Familien zu erreichen.
Auch die Zusammenarbeit mit KINDISCH verfolgt dieses Ziel: Eltern zu sensibilisieren und Kinder früh für einen gesunden Umgang mit der Sonne zu stärken.
Eine einfache Botschaft für Eltern
Die wichtigste Botschaft aus dem Gespräch ist einfach: dranbleiben und in der Mittagszeit ab in den Schatten.
Auch wenn der Alltag mit Kindern manchmal stressig ist, sollte Sonnenschutz nicht vergessen gehen. Ob durch Schatten, Kleidung oder Sonnencreme – schon kleine Gewohnheiten können langfristig einen grossen Unterschied machen und helfen, das Risiko für Hautkrebs zu reduzieren.
